Vizekanzler Klingbeil im Gespräch mit der VNP-Geschäftsleitung
Hoher Besuch im Cube: Bundesfinanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hat im Rahmen einer Wahlkampfreise durch Bayern auch beim VNP für ein Interview vorbeigeschaut. Unsere Verlegerinnen Bärbel Schnell und Sabine Schnell-Pleyer sowie Geschäftsführerin Sigrun Albert nutzten die Gelegenheit, um Klingbeil auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, denen sich die Verlagsbranche aktuell gegenübersieht.
Etwa 25 Minuten lang tauschten sie sich mit dem SPD-Vorsitzenden über die mediale Macht der amerikanischen Tech-Giganten, eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Presseprodukte sowie Planungen für eine noch strengere Regulierung des Telefonmarketings aus.
„Wir sind mit Leib und Seele ein mittelständisches Familienunternehmen – und wollen das auch unbedingt bleiben“, erklärte Sabine Schnell-Pleyer, „aber die Rahmenbedingungen machen das immer schwieriger.“ So sei es beispielswiese dringend nötig, den verzerrten Wettbewerb mit Plattformen wie Google endlich zu regulieren, um das Überleben gerade der Regionalzeitungsverlage zu sichern.
Klingbeil zeigte Verständnis und erzählte aus seiner Heimat in Niedersachsen, wo die örtliche Zeitung mit ähnlichen Problemen zu kämpfen habe. Einig war man sich, dass regionale Medienhäuser eine wichtige und stabilisierende Funktion für die Demokratie haben. „Wenn die Heimatzeitung geht, kommt die AfD“, fasste Schnell-Pleyer die Situation zusammen.
Schnelle Lösungen konnte Klingbeil allerdings nicht versprechen. Stattdessen verwies er auf einen Beschluss des SPD-Präsidiums, in dem die Förderung der Regionalpresse ausdrücklich angestrebt werde. Diesen werde die SPD auch in einen der nächsten Koalitionsausschüsse einbringen und mit der Union diskutieren.
Im Interview mit Klingbeil, das Alexander Jungkunz und Armin Jelenik führten, ging es dann um Steuerreformen, den Streit in der Koalition und das von der SPD geforderte Social-Media-Verbot. In unserem Studio entstand zudem ein Video-Interview mit dem Gast aus Berlin, das von Jonas Lange technisch betreut wurde.
Foto: Hans-Joachim Winckler