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VNp Mitarbeiterin arbeitet an Computer
12. Mai 2026

„Renaissance des Lokalen”: Verlag Nürnberger Presse automatisiert redaktionelle Prozesse mit Künstlicher Intelligenz

Nürnberg, 12. Mai 2026 – Während Redaktionen branchenweit unter wachsendem Ressourcen- und Effizienzdruck stehen und sich aus aufwendigen lokalen Formaten zurückziehen, baut der Verlag Nürnberger Presse (VNP) die lokale und sublokale Berichterstattung gezielt aus. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) soll der Lokaljournalismus effizienter gestaltet und langfristig gesichert werden.

„Lokale Inhalte sind für unsere Leserinnen und Leser unverzichtbar – auch wenn sie in der Produktion als besonders aufwendig gelten“, so Armin Jelenik, stellvertretender Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten. „Unser Ansatz ist es deshalb nicht, wie in der Branche üblich, diese Inhalte zurückzufahren, sondern die dahinterliegenden Prozesse neu zu denken. Wir arbeiten an einer Renaissance des Lokalen.“

Automatisierung entlang der gesamten Produktionskette

Im Fokus steht die gesamte Produktion der Lokalteile: Über ein Upload-Tool können registrierte Autorinnen und Autoren – Vereinsschreiber, Organisationen oder freie Mitarbeitende – Texte und Bilder einstellen. Eine KI unterstützt sie bei der Textproduktion und weist per Faktencheck auf Unstimmigkeiten im Text hin. Eine Layout-Engine platziert die Inhalte anschließend selbstständig in den Lokalteilen.

Besonders weit ist der VNP bei der Automatisierung im Lokalsport: Ergebnisse und Tabellen aus dem Amateurfußball und weiteren regionalen Ligen werden von Sportverbänden übernommen, voll automatisiert ins Redaktionssystem importiert und an die Druckerei übermittelt.

Auch digital werden die aufbereiteten Reporter- und Fremdtexte genutzt. „Entgegen unserer ursprünglichen Annahme funktionieren sublokale Inhalte sehr gut digital. Unsere neue Rubrik Mein Ort, meine Nachrichten auf NN.de zeigt, dass es ein klares Bedürfnis nach verlässlicher Information aus dem unmittelbaren Lebensumfeld gibt – gerade, wenn sie strukturiert, aktuell und leicht auffindbar angeboten wird”, so Maximilian Wachter, Prozess- und Redaktionsmanager beim VNP.

90 Prozent weniger Aufwand

Die Effekte sind messbar: Mit den Maßnahmen konnte der VNP den personellen Aufwand für die Zeitungsproduktion um rund 90 Prozent reduzieren. Künftig erstellen vier Blattmacher das vollständige Printprogramm mit täglich 100 bis 150 Seiten. Früher beschäftigte man dafür bis zu 43 Mitarbeitende.

Gleichzeitig gewinnen Redakteurinnen und Redakteure Freiräume für die Recherche und können sich auf erfolgreichen Digital-Content konzentrieren. Sportreporter sind wieder auf den Fußballplätzen vor Ort statt mit Tabellenpflege beschäftigt. Der Verlag bleibt damit in der Fläche präsent und zentraler Ansprechpartner für lokale Akteure.

Nächste Schritte

Als nächste Entwicklungsstufe plant der Verlag die weitere Automatisierung des Mantels zusammen mit der dpa sowie dessen Regionalisierung. Ziel ist eine flexible Kombination aus Reporter- und Agenturinhalten, die sich ohne zusätzlichen Aufwand an unterschiedliche regionale Anforderungen anpassen lässt.

Das Thema KI spielt im gesamten VNP eine zentrale Rolle. „KI ist bei uns Teil der operativen Infrastruktur. Wir setzen Systeme sehr breit ein – vom klassischen Prompt im Arbeitsalltag über selbst entwickelte Assistenten, für Mailings, im Telefon-Service für unsere Abonnentinnen und Abonnenten oder zur Unterstützung des Anzeigenverkaufs,” erklärt Isabelle Weickmann, Leiterin Unternehmensentwicklung. „Wir verstehen KI nicht als isoliertes Innovationsprojekt, sondern als strategischen Hebel zur Effizienzsteigerung und Qualitätsabsicherung“, so Weickmann weiter. KI schaffe Freiräume – die der VNP gezielt in die Entwicklung neuer Produkte, die Beratung und die Qualität der journalistischen Inhalte investiere.

 

Pressekontakt
Claudia Auer, Leiterin Marketing und Kommunikation
kommunikation@vnp.de

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